Ein typischer Tag im Leben der Biking Baboons Teil 2

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13:00 Uhr – der Magen knurrt bereits und es wird Zeit ein Plätzchen fürs Mittagessen zu finden, denn Mareile ist nicht sie selbst, wenn sie hungrig ist. Und wenn alle Snickers weg sind, sucht man besser schnurstracks einen Platz. Je weiter wir uns von Deutschland entfernen und je näher der Winter rückt Essen wir mehr in Restaurants. Das hat zwei Gründe:

  1. Es wird so günstig, dass es sich gar nicht lohnt selbst zu kochen. Außerdem ist es auch interessant die lokale Cusine besser kennenzulernen.
  2. Es ist nicht mehr so heiß, dass man den ganzen Mittag sich im Schatten verstecken muss

Wenn wir aber selbst kochen sieht eine typische Mittagspause aus wie folgt:

Es beginnt meistens mit einem Einkauf. Dieser wird manchmal problematisch, wenn beide bereits hungrig sind und man nicht so recht weiß was man kochen soll. Meistens geht Mareile einkaufen und Marius bewacht draußen die Rose Bikes. Mareile ist viel kreativer bei der Auswahl der Produkte und laut einem der Biking Baboons kauft Marius immer quatsch ein den man nicht braucht. Das hält Marius aber für ein GERICHT! höhö

Mittlerweile haben wir einige Essen auf die wir gerne zurückgreifen, wenn man gerade mal keine Zeit oder Lust hat kreativ einzukaufen:

  • All time classic: Pasta mit Pesto gepimpt mit Zwiebeln, Knobi und Thunfisch
  • Gemüsepfanne (was es im Laden gibt) mit Nudeln, Reis oder Couscous
  • Salat mit Thunfisch oder Chicken, Bohnen, Mais etc. (Danke für die neue Kreation Walter!)
  • Chilli con Carne in Wraps
  • Curry
  • Geschnetzeltes
  • Ortlieb Leftover: manchmal muss man seine Packtaschen ausleeren, da sich dort oft Schätze befinden, die man seit Wochen mit sich herumträgt und komplett vergessen hat.
lecker lecker lecker

Wenn es keinen Supermarkt gibt, haben wir immer eine Notration Spaghetti mit Tomatensauce dabei. Auch Gewürze, Essig und Öl sind immer on board. Wir sind sicher keine Ernährungsfreaks, versuchen aber trotzdem gesund zu Essen. Das klappt auch wirklich sehr gut. Um ehrlich zu sein viel besser als damals in Deutschland.

Ebenfalls sehr wichtig ist die Wahl eines guten Lunch Spots: Ein idealer Platz verfügt über reichlich Schatten, eine Wasserquelle (zur Erfrischung, Geschirr abspülen und Trinkwasser) und Ruhe, also abseits von der Straße. Wenn beide d’accord mit einem Spot sind, wird zuerst alles herausgekramt und aufgebaut: Hängematte, Stühle, Kocher und Küchenutensilien. Auch hier kochen wir, wenn möglich, mit dem Hobo. Übrigens so oft, dass wir unsere 1 L Benzinflasche das erste Mal in der Türkei auffüllen mussten.

Meistens kocht Marius, da Feuer definitiv mehr sein Element ist, ob mit dem Hobo oder Primus. Mareile schnibbelt fleißig und dann wird reingehauen. Wieder ganz nach der guten alten Regel: Mittags wie ein Kaiser, oder wie ging der Spruch? Fahrradfahren und die frische Luft (gell, Markus?) macht einfach so hungrig.

Natürlich wird hungrig meistens viel zu viel gekocht und entweder haben wir noch einiges übrig oder der Bauch spannt so sehr, dass man für die nächste halbe Stunde KO ist. Eigentlich versuchen wir auch so zu kochen, dass es für zwei Mahlzeiten reicht und man einmal alles nur aufwärmen muss. In der Realität funktioniert das aber sehr selten.

Danach ist erstmal Siesta angesagt. Hier hat jeder etwas Zeit für sich. Es wird viel geschlafen, gelesen, geschrieben, Musik gehört und Afrikaans gelernt. Lekker lekker!

Mareile freut sich über einen wichtigen Sieg beim Schnicken um die Hängematte.

In einer Traumpause machen wir dann noch Noras Yogasession, Svens Workout und überprüfen die Bikes ob diese (auch) eine Schraube locker haben, in der Realität passiert das aber leider nicht ganz so regelmäßig.

15:30 Uhr (bzw. wenn es etwas abkühlt und je nachdem wann es dunkel wird) – Es wird weitergeradelt mit dem gleichen Rhythmus wie morgens.

17:00 Uhr (bzw. Einbruch der Dunkelheit) – Mareile wird nervös wenn die Sonne langsam untergeht und hält bereits Ausschau nach einem gut versteckten Übernachtungsplätzchen. Bei der Suche des Platzes gelten wieder sehr ähnliche Regeln wie bei beim Spot für die Mittagspause. Das aufgebaute Zelt darf man nicht so einfach erspähen. Vor allem nicht von der Straße aus. Im Idealfall kommt man mit dem Auto auch gar nicht erst bis zum Zelt. Auch der Boden ist jetzt wichtiger, denn dieser sollte möglichst flach und ohne Steine, Wurzeln etc. sein (was in der Realität gar nicht so einfach ist), da wir keine Luft Isomatten haben, sondern lediglich sehr dünne Schaumstoff Isomatten, weil:

  1. sie keine Löcher von Dornen bekommen können
  2. man sie auch draußen hinwerfen und nutzen kann
  3. man sie nicht jeden Abend aufblasen- und am Morgen wieder zusammenfalten muss
  4. wir keine Prinzessinnen auf der Erbse sind, die auf 7-10 cm dicken Matten nächtigen müssen (Marius schon, er kämpft schon seit Monaten und wird sich wohl doch noch eine LuMa bestellen)

Es ist außerdem auch wichtig möglichst weit weg von der nächsten Stadt zu sein, weil

  • weniger Hunde und Idioten (hatten mit beidem schon Erfahrungen die einem den Schlaf raubten)
  • weniger Lärm (Aktuell: Moscheen in der Türkei sind wirklich ein Thema – 5 mal am Tag ertönt der Ruf zum Gebet)
  • weniger Licht und somit schönere Sternenhimmel
Gutes Beispiel eines Wildcamps: Wasser, Schatten, keine Menschen/Straße…

Wenn es dann doch in einer Stadt oder in einem Dorf sein muss sprechen wir Leute an ob wir nicht im Garten zelten können. Oft sehen die Menschen einem die Not auch an und man wird eingeladen. Natürlich gönnen wir uns auch immer wieder mal ein Hostel, da die Isomatte dann doch nicht ganz (bzw. überhaupt nicht) an eine richtige Matratze rankommt. Außerdem ist es auch notwendig mal Pause zu machen, Klamotten zu waschen und mit anderen zu reden als nur mit seinem Baboon in crime.

Viele Fragen wie wir das mit dem Waschen eigentlich machen. Auf unserer bisherigen Strecke waren wir sehr verwöhnt, da wir immer an der Küste waren und abends (und morgens) ins Meer springen konnten. Seit der Türkei sieht das etwas anders aus. Deswegen füllen wir vor dem Schlafspot immer alle unsere Trinkflaschen und manchmal sogar einen 10l Wassersack auf, sodass man am abend auf jedenfall nochmals eine kleine Dusche haben kann. Pro Baboon ist eine Flasche erlaubt, was auch mehr als genug ist (zu ganz harten Zeiten haben wir uns auch schon eine Flasche geteilt bzw. nur einen Waschlappen gebraucht). Es gibt nämlich nichts Schlimmeres als dreckig und klebrig in den Schlafsack zu schlüpfen. Die Abende wo wir ohne Dusche ins Bett mussten kann man an einer Hand abzählen.

auch in der Türkei hat man manchmal Glück, auch wenn es zapfenkalt war.

18:00 Uhr Wieder knurrt der Magen. Es ist Zeit zu vespern wie ein Kaiser. Bis Kroatien war das einen Traum für den Schwaben, denn beim Lidl gab es immer Laugenweckle! Jetzt läuft es meistens auf Weißbrot mit Tomate, Paprika, Wurst, Käse und einen Aufstrich hinaus. Zum Nachtisch gibt es ein Nutellabrot.

19: 00 Uhr Das Zelt wird erst beim Einbruch der Dunkelheit aufgebaut, sodass wir möglichst wenig Aufsehen erregen. Und sobald es steht, verkriechen wir uns auch immer schnell darin, denn es wird kalt, die Mosuqitoplage kommt wieder und man ist auch wirklich platt.

20:00 Uhr Das Licht wird ausgeknipst und wir lesen noch. Manchmal schauen wir einen Film/Serie auf dem Handy. Danke Netflix Offline!

21:30 Uhr Und wieder geht ein Tag zu Ende und am nächsten Morgen grüßt das Murmeltier. Wer jetzt immer noch denkt, dass es uns langweilig wird in unserem Urlaub, der kann gerne mal 3 Wochen mit uns Ferien machen. Wer traut sich?

2 Antworten auf „Ein typischer Tag im Leben der Biking Baboons Teil 2“

  1. Hallo biking baboons,

    Wir,Johannes und Sven, schicken euch Grüße aus den schönen Rosenheim. Wir waren bis eben biken, aber ohne Zelt und mit Gelände. Der jo hat sich top geschlagen, sodass bei eurer eventuellen Rückkehr die transalp steht!

    Grüße,

    Eure Wadenbeißer

    1. Hallo meine lieben Wadenbeißer,

      Na, das ist ja sehr schön, dass ihr unsere Posts gemeinsam unter der Decke mit Taschenlampe lest. Zumindest stell ich mir das so vor! Jo, du Tier! Ich freue mich schon es ihm auch beim Biken zu zeigen, wo der Hammer hängt. Hoffentlich schlägt er sich etwas besser als beim Tischtennis Match im Decathlon in Istanbul 😉

      Ganz liebe Grüße an euch zwei :*

      Eure radelnden Paviane

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