Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

Wir sind mittlerweile jetzt schon länger als 7 Monate unterwegs und waren in vielen verschiedenen Ländern unterwegs. Einige bullig heiß, andere arschkalt! Oft fragen uns die Leute wie man denn für solch eine Reise packt und was man denn alles mitnimmt.

Um diese Frage rückblickend für uns zu beantworten: ZU VIEL.

Da wir uns auch informiert haben bevor es losging, konnten wir den Trick eines anderen Backpackers gleich nutzen: Man kaufe von Anfang an einen kleineren Rucksack, dann hat man automatisch gar nicht den Platz um so viel mitzunehmen. Wir dachten, dass wir mit unseren 45l und 52l Rucksäcken so ganz gut unterwegs sind. Es war sicher ein sehr guter Anfang, da wir viele andere Backpacker mit vollen 70l Rucksäcken und mehr sehen (Ich hoffe, dass sie nur mit Styropor gefüllt sind…). Trotzdem war es auch noch für uns zu viel Gepäck.

Das haben wir bereits in den ersten Wochen bemerkt und sind schnurstracks in das nächste Post Office um Wäsche heimzuschicken. Der Preis um ein Paket von Zentralamerika nach Hause zu schicken war definitiv höher als der Preis ein paar KG Klamotten im Rucksack weiter mit sich herumzutragen (100 Euro und mehr). Außerdem kamen Nils und Ali ja bereits nach ein paar Monaten und wir konnten etliches mit ihnen heimschicken. Viel später kamen ja dann noch Markus, Jana und Mareiles Eltern auch da haben wir noch mehr heimschicken können. Danke nochmals dafür meine kleinen Packesel :*

Hier unsere Top 3 der nutzlosesten Dinge die wir mit uns herumgeschleppt haben:

  1. Zwei volle Einwegkameras von unserer Abschiedsparty (Weiß Gott wie die in meinem Rucksack gelandet sind und nie wieder vor der Abreise aufgetaucht sind). Jetzt sind sie jedenfalls bei meiner Mutter. Ich bete täglich, dass sie sie nicht entwickeln lassen hat… Das könnte mindestens einen Herzinfarkt auslösen
  2. Mareiles Epilierer – bei 110 V dreht sich dieser so langsam, dass es mit der Pinzette doppelt so schnell geht
  3. Aufsätze meine Rasierers, den ich gar nicht dabei habe, was dem ein oder anderen vielleicht bei unseren Bildern bereits aufgefallen ist

Wo lag also unser Fehler? Ich bin der Meinung, dass wir sogar zwei Fehler gemacht haben (bei einem stimmt mir Mareile zu):

Fehler Numero 1: Wir haben für sämtliches Wetter gepackt: kalt, warm, nass, trocken. Dabei waren wir in den ersten Monaten nur im Heißen und letztendlich sogar quasi nur in Badehose. Da hätte auch ein kleiner Turnbeutel als Backpack ausgereicht. Die Daunenjacken und Omas Wollsocken haben wir dann erst viel viel später unten im Süden in Patagonien gebraucht. Warum also sinnlos Wäsche mit sich herumschleppen, wenn man dort auch alles kaufen kann? Mein Papa hat immer gesagt: „Wenn man verreist braucht man nur seinen Reisepass und die Kreditkarte, alles andere kann man auch dort kaufen“. Und er hat so recht damit! Stellt euch vor: Die Leute da unten müssen auch irgendwo ihre Warmen Klamotten kaufen 😉

Fehler Numero 2: Warum 5-7 Sachen von allem mitnehmen, wenn man immer nur ein T-Shirt und eine Unterhose anziehen kann? Unterhosen und auch T-Shirts kann man außerdem so schnell unter der Dusche oder mit dem guten Rei aus der Tube waschen. Am nächsten Tag ist es wieder sauber und trocken. Abgesehen davon, muss man auch nicht jeden Tag frische Sachen anziehen. Außerdem hat die Unterhose ja auch 2 Seiten oder? 😉 Wie gesagt Mareile stimmt mir hier nicht so ganz zu und hatte komischerweise auch immer mehr Kilogramm Wäsche wenn wir sie mal bei einer Wäscherei abgegeben haben. Denn ich habe gelernt „Dort wird sie sauberer als wenn ich das mit meinen Drecksgriffeln (nein, das Wort hat Mareile nicht benutzt) mache“.

Notiz an mich: Das nächste Mal reichen auch 2 Unterhosen und T-Shirts. In einem Blog habe ich sogar gelesen, dass das Mädel nur ein Kleidungsstück von allem hat, denn alles andere ist schließlich Luxus. Also stellen wir uns alle mal nicht so an. „We are not here to impress anyone“, hat mir heute morgen eine Kanadierin gesagt, als sie sich dagegen entschied ihre Beine zu rasieren.

Zum Abschluss gibt es noch unsere Top 3, die wir immer wieder mitnehmen würden:

  1. Mein Eiki!!! Für die, die es nicht kennen: Mein braunes, unfassbar weiches Kissen, das mich schon sehr sehr lange überall hinbegleitet. Danke Omi!!! (Es war übrigens auf Mount Potosi bei 6.000 m)
  2. Unsere Schlafsack Inlets von Vaude (Das ist sicher Mareiles Number 1) – Hier handelt es sich um super bequeme und stretchbare Hüttenschlafsäcke, die wir sehr oft benutzten wenn: das Hostel einfach zu ekelhaft-, der Bus zu kalt- oder es zu warm für eine andere Decke ist
  3. Packsäcke – um in das ganze Rucksackchaos etwas Ordnung zu bringen. In einen kommen T-Shirts und Longsleeves, in einen Unterhosen und Socken… Mareile hat mich anfangs noch ausgelacht, als ich sie bestellt habe. „Wie deutsch kann man eigentlich sein???“. Heute dankt sie mir dafür. Man dreht sonst wirklich durch und sucht sich einen Wolf.
  4. MAPS.ME! Ich weiß, dass es eigentlich nur eine Top 3 ist und Maps.Me ist auch nichts was man einpacken kann, aber diese App sollte keinem Reisenden fehlen! Hinzu kommt, dass der Download umsonst ist und sie dir immer sagen kann wo du dich gerade befindest (auch offline!!!). Da es sich um Open Source handelt, sind auch alle Hostels und die kleinsten Wanderwege, Wäschereien und Bars enthalten. Außerdem kann man das Kartenmaterial pro Land herunterladen, hat also nicht nur diese kleinen Ausschnitte wie bei Google offline maps.

jetzt noch schnell zu uns: Wir haben das ewige Wandern, Sightseeing und die Kälte endlich hinter uns gelassen, da die letzten Wochen mit Freunden und Familie doch etwas stressiger (und natürlich auch wunderschön, falls jetzt hier einer von den Erwähnten mitliest) waren. Es ist ja auch einfach was anderes, wenn man nur begrenzt Zeit hat und möglichst viel sehen möchte. Da kann man nicht mal so einfach einen Tag mit Netflix and Chill verbringen (Vorallem wenn man die ganze Zeit krank ist, wie Jana und Markus! :D)

Jetzt sind wir jedenfalls ENDLICH wieder im Warmen am Strand in Mancora Peru. Ein Städtchen direkt am Strand mit super Wellen. Ich bin jetzt auch unter die Surfer gegangen! Tag 1-3 habe ich es einfach nur verflucht und gehasst: Man ist konstant am paddeln, die Arme fallen einem ab und eine Welle kriegt man natürlich eh nicht. Mittlerweile sind wir bei Tag 6 oder 7, ich bin bereits auf ein kleineres Board umgestiegen und die Arme werden so langsam auch fit. Jetzt ist es natürlich wieder die Challenge aufzustehen, aber man will ja auch nicht mit den riesen 2m Teilen für immer surfen. Mareile hat es leider nicht so richtig zu Tag 4 geschafft und verflucht es nach wie vor – was ich auch SEHR GUT nachvollziehen kann. Sie möchte lieber nochmal ihre Kitesurfing Karriere vorantreiben, nur macht der Wind gerade nicht so ganz mit. Im Zelt liegt es sich aber auch ganz gut, also alles tranquillooooo.

Ich war heute morgen schon mit meinem neuen finnischen Surfer Homeboy in den waves und heute Abend bei geht es dann nochmal raus bei High Tide (da bei Low Tide die Steine herausgucken), wobei der Swell schon echt groß ist heute (Um jetzt mal min ganzes cooles Surfer Vokabular hier unterzubringen :D).

Liebe Grüße

Marius

PS: Wir sind hier in der bisher billigsten Unterkunft unserer Reise! 3,50 Euro p.P.! Zwar nur in einem Zelt aber mehr brauchen wir auch nicht! Es ist echt schön hier! Wer es sich bei booking.com mal anschauen möchte um sich ein Bild zu machen, der klicke hier.

Máncora District, Peru

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