Corona Virus in Afrika – Heimkehr der Biking Baboons?

Was ist denn in Europa los, wir haben gehört, dass da irgend so eine Art Grippe Virus rumkursiert. Ist das etwas Ernstes und wisst ihr dazu eventuell mehr? Passt ja auf, dass ihr euch nicht den Katzaschnupfa holt!

Spaß beiseite, natürlich kriegen auch wir in Kenia täglich mit was bei euch da oben so abgeht. Und mittlerweile hat der gute alte Covid uns auch schon erreicht: Wir hatten noch richtig Glück Äthiopien rechtzeitig zu verlassen um nach Kenia reinzukommen, denn 3 Tage später haben sie die Grenzen dicht gemacht. Uns wurde beim Grenzübertritt bereits Fieber gemessen. Caro hatte 27 Grad, Mareile und ich lagen knapp über 30. Puuuh Glück gehabt, dass wir keine erhöhte Temperatur hatten.

Jetzt sind wir im gelobten Land, müssen hier aber vorerst bleiben. Tanzania (unser nächstes Land) hat die Grenzen nämlich auch bereits geschlossen. Jetzt sitzen wir hier zwar fest, es gibt aber definitiv schlechtere Orte an denen man sich gerade aufhalten kann. Da wären zum Beispiel Italien, Frankreich und eigentlich das ganze restliche Europa.

In Kenia gibt es mittlerweile auch schon 6 Corona Cases, jedoch wurden bisher auch nur gute 100 Menschen getestet. Die tatsächliche Zahl ist also wohl etwas höher. Wir haben viele Nachrichten bekommen, dass die medizinische Versorgung hier eine Katastrophe wird und wir schnellst möglichst das Land verlassen sollen. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher ob ein privates Krankenhaus in Nairobi nicht etwas besser ausgestattet ist, als die Zelte die in Italien gerade aufgebaut werden. Aber vor dem Virus haben wir eigentlich keine wirkliche Angst. Wir gehören ja auch nicht zu der gefährdeten Gruppe.

Was uns dagegen aber etwas Sorgen bereitet sind die Reaktionen der Locals. Sorge 1: Unser neuer Spitzname hier ist ‚Corona’. Bisher ist das alles (meistens) noch salopp im Spaß gesagt. Wir husten zwei Mal oder schreien „Ebola!“ zurück und alle lachen. Was geschieht aber, wenn der Virus wirklich ausbricht, Menschen anfangen zu sterben und Panik bekommen? UPDATE 19.03.2020: BBC hat soeben das erste Todesopfer in Kenya gemeldet. Jemand wurde, aufgrund von Angst vor Corona, zu Tode verprügelt. Hier der Link. Nicht so gut!

Die zweite Sorge ist die Dauer der Grenzschließungen. Vier Wochen lässt es sich in Kenia auf jedenfall gut aushalten, was ist aber wenn das Ganze Monate dauert und dann doch gar keine Flüge mehr das Land verlassen und wir festsitzen? Cast Away. Biking Baboons allein in Kenia.

Natürlich könnten wir jetzt, wie die meisten anderen Reisenden, einfach direkt den nächsten Flug von Nairobi nach Hause nehmen. Die Bundesregierung hat jetzt ja auch 50 Mio. Euro locker gemacht um alle 100.000 Deutschen, die sich im Ausland befinden, zurückzuholen. Doch dann landen wir im Horror Szenario, Sorge Numero 3: Wir müssen zu Papa/Mama/Oma ziehen, finden keinen Job und befinden uns womöglich noch im Lockdown. Wenn wir nicht an diesem Virus sterben, dann, weil uns die Decke auf den Kopf fällt oder es Mord und Totschlag gibt. Aber Jo(hannes) hat gerade ein paar Kästen mit seiner WG eingekauft (ich nenne keine Zahl (35!!!), weil mir das keiner glaubt) und uns eingeladen bei ihm zu hausen. Klingt eigentlich auch verlockend.

Auch wenn das Angebot sehr verlockend klingt, haben wir uns trotzdem entschieden vorerst die Füße still zu halten und abzuwarten was jetzt noch in den nächsten Tagen bzw. Wochen auf uns zukommt. Wir fahren morgen in Richtung Nairobi weiter und genießen das Wildcampen und den Sonnenschein (Spaß, es ist so unfassbar heiß und schwül. Das hält kein Mensch aus). Ich hoffe, dass man in wenigen Tagen schon wieder um einiges schlauer ist und man sich ganz umsonst den Kopf zerbrochen hat. Drückt uns die Däumchen, da wir wirklich nicht unser Adventure abbrechen wollen!!! Und vielen vielen Dank für die ganzen Nachrichten. Auch wenn das sicher nicht das war was ihr hören wolltet, ist es trotzdem schön zu wissen, dass ihr euch um uns sorgt. Wir passen auch gut auf uns auf. Versprochen! One love.

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