Mareile und Marius allein zu Haus – Horror Nacht Numero 1

Vielleicht hat der Eine oder Andere schon die Zusammenfassung unserer Grusel Wusel Nacht auf Instagram gelesen (Achtung: Spoiler Alarm!). Wenn dich aber die ganze Geschichte detailliert interessiert, solltest du jetzt aufmerksam weiterlesen.

Wir hatten unsere bisher beste Mittagspause in Trieste, Italien: Direkt am Meer auf einer Bank im Schatten. Das sind übrigens immer die 3 essentiellen Bestandteilen einer guten Mittagspause: Bank (mit Tisch bevorzugt), Schatten und Wasserquelle.

In Trieste war selbst die Wassertemperatur wirklich perfekt. Wir wollten auch gar nicht weiter, da es nicht nur bollig heiß war, sondern wir wussten, dass es direkt nach Trieste 30 km bis Slowenien nur den Berg hinaufgeht. Da bleibt man dann doch lieber am Beach.

Gegen halb 6 haben wir uns dann doch irgendwann aufgerafft und sind mit großem Sonnenhut losgeradelt. Schnell war klar, dass wir die 30 km niemals mehr schaffen werden. Es gab an den Steilhängen aber auch nirgends eine Möglichkeit sein Zelt aufzuschlagen. Abgesehen davon ging uns das Wasser aus und wir waren moeg (Afrikaans für ‚müde’, bin gerade fleißig am Lernen, aber das ist nochmal eine andere Geschichte).

Letztendlich kam dann doch noch eine Einbuchtung in Form eines Parkplatzes. Uns war beiden sofort klar, dass es dieser Spot für die Nacht wird, egal ob es nun Schatten und Wasser gibt. Vom Parkplatz führte ein kleiner Trampelpfad etwas den Berg hinunter. Und siehe da, eine Aussichtsplattform mit einer geisteskranken Aussicht über ein Tal, auf Trieste und das Meer. Wahnsinn!

Über Maps.Me fanden wir heraus, dass ein paar hundert Meter weiter oben ein Restaurant ist. Die Wasserquelle, und somit die gute Stimmung war also auch gesichert. Der Deal war also: Mareile baut das Zelt auf, solange ich zur Restaurant Oase radle. Natürlich bin ich ohne die schweren Taschen gefahren und dann war man auch ruckzuck den Berg oben. Ohne Taschen zu fahren fühlt sich immer an als hätte man einen extra E-Bike Motor unter dem Hintern. Auf einmal geht alles so einfach.

Wir saßen dann auf der Mauer der Aussichtsplatte mit dem romantischsten Candle Light Dinner das man sich vorstellen kann. Naja, eigentlich war es eher ein Candle Light (Dank Antischnaken Kerze) Vesper. Und da der Essenspackesel (Wer das wohl ist…?) keine extra Kilos den Berg hinauf schleppen wollte fiel es auch etwas sporadisch aus: Brot, Paprika Aufstrich, Thunfisch und Peanutbutter. Trotzdem soooo lekker!

Während dem Essen beobachteten wir ein beeindruckendes Gewitter, das vom Meer über Trieste zog und dann“100%ig vor uns nach rechts abbiegt“, das behauptete Wetterfrosch Marius zumindest. Komischerweise folgte der laute Donner immer schneller nach den mächtigen hellen Blitzen, die sich wie Wurzeln über den Himmel erstreckten. Ab 22 Uhr fing es an zu tröpfeln und war klar, dass wir eine kleine Dusche bekommen werden. Aus kleiner Dusche wurde ein Monsunregen mit Wassertropfen so groß wie Äpfel. Mareile hat sogar ihre Hand in den Regen gehalten um sich zu vergewissern, dass es keine Hagelkörner sind. Wir mussten uns im Zelt anschreien (was wir sonst natürlich nie tun) so laut hat es geprasselt.

Dann kam der Wind. Der Wind, der Wind das himmlische Kind. Auch bis heute macht dieser Satz für mich keinen Sinn, weil er für uns eher das böse Baby aus der Hölle war. Ich dachte wirklich, dass wir bald mit samt dem Zelt eine Runde übers Tal fliegen. Da man keine Heringe im Betonboden befestigen kann, fingen wir an das Überzelt auf jeder Seite durch die Eingänge festzuhalten. Ich schrie dann a la Forest Gump bzw. Lieutenant Dan „Ist das wirklich alles?!“  in der Hoffnung so etwas Humor in die leicht angespannte Situation zu bringen. Die Hosen hatte ich aber auch voll (das darf ich Mareile aber nie sagen, da sie sonst noch mehr Angst hat… so der Deal) und das war nicht das letzte Mal an diesem Abend. Wenigstens konnten wir etwas Strom sparen, da die Blitze unser Zelt dauerhaft erleuchtet haben. Der Schwabe denkt quadratisch, praktisch, gut!

Nach einer langen halben Stunde war der schlimmste Teil aber auch vorbei. Ich hatte mit Nils G. schonmal so eine Nacht im Zelt, nur war es damals ein Sandsturm in der Sahara. Ich wünschte ich hätte in der Nacht mit Mareile auch eine Flasche Vodka gehabt, dann wäre das Ganze etwas entspannter verlaufen.

Um ca. 24 Uhr sind wir dann endlich eingepennt. Um 1 Uhr wache ich aber wieder auf und Mareile sitzt im Zelt und schaut nach draußen „Da ist jemand, Mari!“, flüstert sie. Och nee, nicht schon wieder! In den ersten Wochen hatte sie öfters das Gefühl, jemanden zu hören, aber es war nie jemand zu sehen. Da sie jetzt aber immer gut schläft, entschloss ich mich auch nachzuschauen und tatsächlich war dort jemand, bzw. sogar 2 Gestalten. Na Klasse, best night eveeeeer! Und was tun wir nun? Ich beobachtete die 2 zunächst leise. Der Eine hatte eine ganz dunkle Laterne, der andere nur ein Handylicht. Wahrscheinlich wollten sie nur die Aussicht genießen und ein Bierchen trinken, aber als der eine dann einmal ums Zelt schlich war es doch etwas komisch. Schließlich waren neben unseren Rädern alle Packtaschen draußen. Wir habe nimmer nur eine Tasche mit unseren Pässen und dem Elektrogedöns im Zelt.

Mareile hat in der Zwischenzeit Taschenlampe und Pfefferspray rausgeholt. Im Zelt bzw. vom Zelt heraus zu sprühen, ist sicher keine gute Idee und noch gab es ja auch keinen Grund. Also entschloss ich mich meinen Mann zu stehen und mit der Taschenlampe rauszugehen. Mit einem möglichst lauten und tiefen „Hellloooo?!“ begrüßte ich die zwei Schatten, jedoch wurde ich nicht so herzlich empfangen. Die Zwei sind links vom Weg in die Büsche geflüchtet. Ich blieb dann etwas draußen und habe unsere Räder mit zwei anderen Schlössern zusätzlich abgesichert und alle Packtaschen vors Zelt gelegt. „Die sollen nur nochmal kommen und uns den Schlaf rauben…“, dachte ich mir… nicht. Sondern eher „Oh Gott, was ist, wenn die nochmal kommen, unsere Sachen klauen, uns ermorden und unsere Leichen schänden?!“. Aufgetaucht sind die Zwei leider nicht mehr, doch wir wussten, dass sie noch irgendwo sind. Schließlich stand ihr Auto noch da. Eine maximal beschissene Situation.

Schlafen konnten wir dann natürlich auch nicht mehr so richtig. Ich würde es eher dösen nennen. Zumindest bis ca. 3 Uhr. Dann kam wieder ein Auto. Ist das eigentlich euer ernst?! Dieses Mal war aber gleich klar, dass es nicht die gleichen Gauner sind, sondern irgendwelche laute und betrunkene Jugendliche. Als sie singend und lachend in Richtung Zelt liefen, kamen die klassischen Witze auf italienisch „Policia, Policia!“. Die Party Polizei ist angekommen. Sie haben sich auch nicht weiter an den zwei Schlafenden im Zelt gestört, sondern eiskalt ihr Ding durchgezogen: Singen, lachen, saufen und eine Hip Hop Zigarette nach der anderen rauchen.

Also zog ich mich noch einmal an und entschloss mich dazuzugesellen. Schlafen war bei dem Lautstärkepegel eh keine Option mehr. Die Begrüßung war dieses Mal viel herzlicher und alle fünf waren an unserer Biking Baboons Story interessiert. Ein Bier wurde mir auch gleich in die Hand gedrückt. Eigentlich waren die fünf Slowenen auf dem Weg zu einer Dorfparty, die aber aufgrund eines verrückten Sturmes (siehe oben) wortwörtlich abgeblasen wurde. Irgendwann fing es dann an hell zu werden. Ich trank mein Bierchen aus, verabschiedete mich von den fünfen und war sowas von nicht bereit für einen 30 km Bergaufstieg. 20 Minuten später klopften die Jungs ans Zelt und machten endlich auch die Biege. Viel Schlaf blieb aber nicht übrig. Wenigstens konnte Mareile etwas schlafen, da sie sich bei der Partymeute keine Sorgen mehr machte. Aber bereits 2h später jagte uns die heiße Sonne und volle Blase bereits wieder aus dem Zelt. Ich habe Mareile abends beim Vesper schon gesagt, dass wir diesen Ort so schnell nicht vergessen werden. Da sprach ich eigentlich nur von dem krassen Gewitter, das eigentlich an uns vorbeiziehen sollte. Dass die Nacht aber noch so wild werden würde, hat zu dem Zeitpunkt sicher keiner vermutet. Davon erzählen wir sicher noch unseren Enkeln.

Unsere ersten (fast) 1000 km!

14:47 Uhr 27.06.19 797 km

20 km hinter Cortina, Italien

Es ist eine der heißesten Wochen, die es gefühlt wohl jemals gab in Europa. Wir machen unsere tägliche lange Mittagpause, die eigentlich, aufgrund der Temperaturen, erst für Afrika geplant war. Aber zwischen 13 und 17 Uhr hält man es gerade wirklich nicht auf der Straße aus. Wir haben ein schönes Schattenplätzchen an einem Wald mit Bach gefunden, es gibt also genug Holz um ein kleines Feuer zu machen um Nudeln zu kochen. Was will man(n) mehr?!

Es ist unglaublich aber wir sind tatsächlich schon seit über 3 Wochen unterwegs und mittlerweile schon in Land numero 3: Italia. Für mich fängt es trotzdem erst jetzt an sich wie das Ausland anzufühlen, da bisher überall noch deutsch geplappert wurde und es nicht so richtig wie fremde Länder angefühlt hat. Meine Deutschlandflagge hinten am Rad macht den Ansturm von Gleichsprachlern auch nicht besser: „Sind Se auch deutscher?!“

Aber wenn wir gerade schon dabei sind: Es ist wirklich faszinierend wie wir auf andere Menschen wirken mit unseren vollbepackten Rädern. So viele Leute kommen auf uns zu und möchten wissen wo es hingeht und von woher man kommt. Wie man so eine Reise plant und wie das nun mit dem Job funktioniert. Da kann ein kurzer Halt bei einem Brunnen, um die Wasserflaschen aufzufüllen, schnell zu einem halbstündigen Interview mit den verschiedensten Menschen entwicklen. So muss sich wohl ein Filmstar fühlen. Richtige VIPs!

Die meist gefragteste Frage ist wahrscheinlich wie wir das denn mit dem Aufladen des Elektromotors machen… „Elektromotor…? Ach das, ne ne, das ist unser Pinion Getriebe das uns wartungsfrei bis nach Namibia begleiten wird!“ Die ersten knappen 800 km hält es auch, was es verspricht, genau wie der Rest des Rose Rades. Vielen Dank nochmal an Rose und Pinion für das Sponsoring, wir sind immer noch überglücklich!

Für mich war von Anfang an klar, dass Deutschland, Österreich und die restlichen westeuropäischen Länder relativ unspektakulär werden. Fehlanzeige! Doch bevor wir zu den ganzen Storys kommen, rudern wir mal etwas zurück zu unserem aller ersten Radtag in Richtung Namibia.

Wer uns kennt, weiß, dass es mit der Pünktlichkeit immer nicht so ganz klappt. So ging es uns auch an unserem Abreisetag: Montag 04.06.2019. Da wir am Samstag unsere Abschiedsparty hatten (bei der wir übrigens 317 EUR für die Kiddies von Pro Namibian Children eingesammelt haben – vielen Dank nochmals an alle Freunde und Verwandte!), ging am Sonntag danach nicht so viel – es war Kater- statt Packstimmung angesagt. Aber wir sagten uns, dass das alles nicht so schlimm ist, wir hatten schließlich noch den ganzen Montag, da wir, aus gutem Grund und Selbstkenntnis, keine konkrete Abfahrtszeit festgelegt haben. Natürlich dauerte es dann doch nochmal den kompletten Montag mit der Packerei von unserem Equipment (Probepacken, was ist das denn?) und Verstauerei von unserem übrigen Krempel den wir bei Oma lagern.

GENAU in dem Moment als die Bikes komplett beladen waren (Ca. 17 Uhr) fing es an zu regnen. „Das ist jetzt nicht dein ernst da oben oder?!“ Letztendlich warteten wir noch eine halbe Stunde und mein Vater kam auch schon wieder von der Arbeit. Von ihm hatten wir uns eigentlich auch schon verabschiedet und er hatte uns spaßeshalber Mittags noch geschrieben ob er etwas länger bei der Arbeit bleiben muss bis wir das Chaos der letzten 4 Wochen beseitigt hatten. Hätte er mal machen sollen… „surprise surprise, wir sind noch daaaaaaa!“

Aber dann ging es letztendloch doch noch los! 17:30 Uhr, Namibia wir kommen! Meine kleine Schwester Emma und mein Papa begleiteten uns noch ein Stück, machten ein paar Bilder beim Ortsschild und dann fuhren wir in die große weite Welt hinaus… bis Rottenburg (Nächste Stadt von Wendelsheim und 5 km entfernt)! Dort gab es dann auch noch etwas zu erledigen das wir in den 4 Wochen nicht geschafft haben oder vielleicht auch etwas vor uns hergeschoben haben: Opas Grab besuchen.

Für die, die es nicht wissen: Wir waren 8 Monate backpacken in Südamerika vor unserer Radreise und mein Opa starb solange wir on the road waren. Wir verabschiedeten uns zwar damals schon, wohlwissend, dass man sich nicht mehr sehen wird und hatten auch eine wunderschöne Trauerfeier mit großem Feuer direkt am Strand in Kolumbien. Trotzdem war der Besuch beim Grab wirklich nicht einfach. Ich bin mir aber sicher, dass Opa auf uns aufpasst. Wir haben ihm auch einen ‚Biking Baboons’ Sticker am Grab gelassen, den Oma jetzt sogar aufs Kreuz geklebt hat (das habe ich mich nicht getraut).

Danach waren wir quasi eh schon fast bei dem Grundstück von meinem Patenonkel und sind dort noch ‚schnell’ vorbei um sein riesiges Indianer Tippi zu bestaunen. Und dann wurde es auch schon wieder dunkel. Um 22:30 Uhr sind wir dann als Überraschung nochmal zu meiner Mommy gefahren und müssen zugeben, dass wir auch dort genächtigt haben. Nix wars mit Zelten. Was für ein anstrengender erster Tag! Nach 2 Colaweizen fielen wir dann völlig kaputt um 12 Uhr ins Stockbett. By the way war es auch noch der Welt Fahrradtag, das wussten wir natürlich von Anfang an und hatten es über Monate hinweg geplant… nicht.

Jetzt bin ich mal wieder etwas abgeschweift und das schon an Tag 1, wie soll das nur weitergehen?! Dann lasst mich vorerst ein paar Tage überspringen, die alles andere als langweilig waren, und direkt zu unserem ersten großen Meilenstein springen: Alpen- und Dolomitenüberquerung. WIR HABENS GESCHAFFT, BIIIIITCHES!

Schon bei der Planung der Reise hatten wir 2 große Sorgen: Unsere Popöchen und die Alpen. Nach 3 Wochen kann ich sagen, dass wir mit beidem wirklich sehr gut klarkommen! Zuerst aber zu den Alpen: Wir sind den Brennerpass gefahren und ich will nicht sagen, dass es ein Kinderspiel war, aber ich habe es mir persönlich schlimmer vorgestellt. Wir haben es auch ganz gut getimed, da uns mein Vater 3 Tage am Fuße des Brenners in Matrei besucht hat. So hatten wir nicht nur 3 Tage Pause, sondern konnten auch alles Unnötige, was wir zu viel dabeihatten, mit ihm nach Hause schicken. Klickschuhe und Mokkakocher good bye! Jetzt kann Mareile nicht mehr so einfach mitsamt dem Fahrrad umkippen. Blaue Flecken auf nimmer Wiedersehen! Undnein, mein Dad hat uns nicht hochgefahren, das sind wir alles selbst gestrampelt!

Außerdem muss man sagen, dass das Stück direkt nach Innsbruck bis zum Brenner eigentlich fast schlimmer war, da es wirklich super steil den Berg hochging. Den Brenner selbst waren wir in 1,5 Stunden oben, eine nicht so tolle Strecke direkt an der Straße. Wir hatten aber auch wirklich Glück, da es der letzte kühlere Tag war vor der vorher erwähnten Jahrhunderthitze. Sobald man oben und über der Grenze war, war es der Hammer. Hut ab an die Italiener vor ihren Radwegen (Update: zumindest in Südtirol)! Danach ging es auch erstmal eine halbe Ewigkeit den Berg hinab, wo wir auch endlich wieder ein paar der E-Bike Fahrer überholen konnten überhalb der 25 km/h Motor Unterstützung. Es ist ja wirklich toll, dass die Leute, dank E-Bikes, wieder mehr zum Radfahren und an die frische Luft kommen, aber trotzdem haben wir einen kleinen Hass gegen sie entwickelt wenn sie fröhlich und pfeifend im größten Gang an uns den Berg hochschlendern. Im besten Fall feuern sie einen dann noch an mit einem „Allez, auf geht’s!“.

Zurück zu den Bergen: dann kamen ‚nur’ noch die Dolomiten. Viele fragen sich jetzt „Warum denn noch die Dolomiten? Man könnte doch über Bozen fahren und könnte es quasi nur noch rollen lassen?“ Ganz einfache Antwort: Mareile hat sich die schönere- aber auch viel schwierigere Route ausgesucht. Bequem am PC zu Hause ist das immer so einfach, sich das größere Übel auszusuchen. Das kennt jeder wenn man mal wieder den 50 EUR günstigeren-, aber dafür 7h längeren, Flug auswählt. Anstatt wie beim Flug Geld zu sparen, wurden wir dann aber mit unglaublichen Berglandschaften belohnt. Solche Aussichten haben wir beide seltenst gesehen und würden die Route jedem ans Herz legen. Der Radweg ist meistens auch gut ausgeschildert (und das von München bis Venedig).

Oben angekommen, dachten wir dann aber wieder, dass es so schlimm eigentlich gar nicht war. Es ging halt ETLICHE Kilometer bergauf, dafür aber nicht sehr steil. Und nochmals war die Fahrt nach unten ein Highlight und wir sind sogar auf der Straße gefahren, da es schon relativ spät war und man es auf dem Schotter Radweg nicht so richtig laufen lassen konnte. Unten in Cortina angekommen belohnten wir uns dann mit Vino Blanco, 2 Pizzen und einer Dusche auf dem Campingplatz.

Erst am nächsten Morgen haben wir bemerkt wie zerstört unsere Körper sind und, dass die letzten Tage doch etwas anstrengend waren. Wir haben uns den ganzen Tag kaum bewegt, bzw. kaum bewegen können und mussten noch um einen weiteren Tag am Campingplatz verlängern. Aber es waren auch fast 4000 Höhenmeter und das alles untrainiert. Schließlich ist das Mareiles erstes Fahrrad…

An all die rennradelnden Grammzähler die sich jetzt ins Fäustchen lachen über die paar Bergkilometer: Wir tauschen gerne mal unsere 50kg Panzer (ohne Essen und Trinken) für einen Tag und dann reden wir nochmal 😉

Update 30.06.2019: Mittlerweile sind wir jetzt übrigens schon bei 939 km und nur noch 30 km vor Venedig! Wir haben uns nochmal ein Bed & Breakfast in Treviso gegönnt um:

1. Den Blog fertig zu schreiben und hochzuladen und
2. Eine waschechte italienische Stadt zu sehen, ohne die 3 Milliarden Touris in Venedig. Und wir lieben es! Unbedingt hingehen! Für meine lieben Schwabenfreunde: Pizza Margherita: 5,50 EUR direkt auf dem Marktplatz!

Biking Baboons Interview bei Stadtkind Stuttgart

Ihr kennt Stadtkind Stuttgart noch nicht? Dann wird’s aber höchste Eisenbahn!

„Von 0711 bis fünf Uhr morgens, von Musik und Kunst bis hin zu Mode: Stadtkind Stuttgart ist deine digitale Homebase für spannende Geschichten aus der Stadt. Wir stellen euch coole Köpfe aus dem Kessel vor, entdecken neue Bars und Kneipen, zeigen die schönsten Ecken Stuttgarts.“

Zwei besonders coole Köpfe aus- und mit dem Kessel wurden von Ina Schäfer interviewt. Wer das wirklich gut geschriebene-, mit vielen Bildern gestaltete Interview noch nicht gelesen hat, kann das hier tun.

Kinderbuchempfehlung über Namibia ‚Feuerfreundschaft‘

Nach unserem Interview im Schwäbischen Tagblatt wurde Carmen Strölin aus Stuttgart auf uns und unser Vorhaben aufmerksam. Sie war 2017 mit ihrer Familie in Namibia und war vor der Reise auf der Suche nach geeigneter Literatur über das Land für ihre Kinder. Da sie hier nicht fündig wurde, entschied sie schnurstracks ein Buch selbst zu schreiben (Buchbeschreibung siehe unten).

Geld für sich verdienen möchte sie aber nicht und so entschied sich Carmen Strölin den Gewinn an den Pro Namibian Children e.V. zu spenden. Eine bockstarke Aktion, wir freuen uns riesig!

Das Buch kann entweder direkt über uns bestellt werden (Mail an: blogomotivetravel@gmail.com), über Namibia Favorites oder bei Amazon. Natürlich ist es besser bei uns per Mail zu bestellen, da der meiste Gewinn ansonsten an Amazon geht und nicht an die Kinder vom Waisenhaus. Bei der Bestellung im Kommentarfeld ‚Biking Baboons‘ erwähnen, sodass wir tracken können ob Bücher durch unseren Blog verkauft werden.

Aber von was handelt das Buch genau?

Im Mittelpunkt des Buchs steht die abenteuerliche Reise des dunkelhäutigen Mädchens Naomi durch ihr Heimatland Namibia. Sie hat die wichtige Aufgabe, ein Amulett von einem Ort zum anderen zu bringen, um auf diese Weise ihrer Familie zu helfen. Begleitet wird Naomi von Lara, einem weißen Touristenmädchen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg. Dabei lernen sie sich selbst und die Kulturen, von denen sie abstammen, immer besser kennen. Doch ihre Freundschaft muss so manches Abenteuer überstehen……

Die spannende Geschichte wird durch Interessantes und Wissenswertes zu Namibias Menschen, wilden Tieren und Kulturen ergänzt.

Buchdaten:

Preis: EUR 10
Paperback Taschenbuch, 156 Seiten, ISBN-13: 9783748149477
Verlag: Books on Demand, Erscheinungsdatum: 25.10.2018, 1.Auflage
Sprache: Deutsch, Umschlag farbig, Innenteil eine farbige Illustration, Text und weitere Illustrationen schwarz-weiß
empfohlenes Alter: 9 – 13 Jahre
Größe: 12,1 x 1,5 x 19,3 cm

Wir sind im Radio, Biking Baboons on air!

Bei Hitradio Antenne 1 läuft heute (12.03.19) zwei Mal (12 und 16 Uhr) unser Kurzinterview zu unserem Trip. Auch die Online Redaktion hat einen Artikel über uns verfasst. Wenn du ihn lesen möchtest, klicke hier.

Wenn du die 2 Interviews (nochmals) anhören willst findest du sie auf unserem YouTube Channel hier:

Biking Baboons – Interview Hitradio Antenne 1 – part 1
Biking Baboons – Interview Hitradio Antenne 1 – part 2

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

Wir sind mittlerweile jetzt schon länger als 7 Monate unterwegs und waren in vielen verschiedenen Ländern unterwegs. Einige bullig heiß, andere arschkalt! Oft fragen uns die Leute wie man denn für solch eine Reise packt und was man denn alles mitnimmt.

Um diese Frage rückblickend für uns zu beantworten: ZU VIEL.

Da wir uns auch informiert haben bevor es losging, konnten wir den Trick eines anderen Backpackers gleich nutzen: Man kaufe von Anfang an einen kleineren Rucksack, dann hat man automatisch gar nicht den Platz um so viel mitzunehmen. Wir dachten, dass wir mit unseren 45l und 52l Rucksäcken so ganz gut unterwegs sind. Es war sicher ein sehr guter Anfang, da wir viele andere Backpacker mit vollen 70l Rucksäcken und mehr sehen (Ich hoffe, dass sie nur mit Styropor gefüllt sind…). Trotzdem war es auch noch für uns zu viel Gepäck.

Das haben wir bereits in den ersten Wochen bemerkt und sind schnurstracks in das nächste Post Office um Wäsche heimzuschicken. Der Preis um ein Paket von Zentralamerika nach Hause zu schicken war definitiv höher als der Preis ein paar KG Klamotten im Rucksack weiter mit sich herumzutragen (100 Euro und mehr). Außerdem kamen Nils und Ali ja bereits nach ein paar Monaten und wir konnten etliches mit ihnen heimschicken. Viel später kamen ja dann noch Markus, Jana und Mareiles Eltern auch da haben wir noch mehr heimschicken können. Danke nochmals dafür meine kleinen Packesel :*

Hier unsere Top 3 der nutzlosesten Dinge die wir mit uns herumgeschleppt haben:

  1. Zwei volle Einwegkameras von unserer Abschiedsparty (Weiß Gott wie die in meinem Rucksack gelandet sind und nie wieder vor der Abreise aufgetaucht sind). Jetzt sind sie jedenfalls bei meiner Mutter. Ich bete täglich, dass sie sie nicht entwickeln lassen hat… Das könnte mindestens einen Herzinfarkt auslösen
  2. Mareiles Epilierer – bei 110 V dreht sich dieser so langsam, dass es mit der Pinzette doppelt so schnell geht
  3. Aufsätze meine Rasierers, den ich gar nicht dabei habe, was dem ein oder anderen vielleicht bei unseren Bildern bereits aufgefallen ist

Wo lag also unser Fehler? Ich bin der Meinung, dass wir sogar zwei Fehler gemacht haben (bei einem stimmt mir Mareile zu):

Fehler Numero 1: Wir haben für sämtliches Wetter gepackt: kalt, warm, nass, trocken. Dabei waren wir in den ersten Monaten nur im Heißen und letztendlich sogar quasi nur in Badehose. Da hätte auch ein kleiner Turnbeutel als Backpack ausgereicht. Die Daunenjacken und Omas Wollsocken haben wir dann erst viel viel später unten im Süden in Patagonien gebraucht. Warum also sinnlos Wäsche mit sich herumschleppen, wenn man dort auch alles kaufen kann? Mein Papa hat immer gesagt: „Wenn man verreist braucht man nur seinen Reisepass und die Kreditkarte, alles andere kann man auch dort kaufen“. Und er hat so recht damit! Stellt euch vor: Die Leute da unten müssen auch irgendwo ihre Warmen Klamotten kaufen 😉

Fehler Numero 2: Warum 5-7 Sachen von allem mitnehmen, wenn man immer nur ein T-Shirt und eine Unterhose anziehen kann? Unterhosen und auch T-Shirts kann man außerdem so schnell unter der Dusche oder mit dem guten Rei aus der Tube waschen. Am nächsten Tag ist es wieder sauber und trocken. Abgesehen davon, muss man auch nicht jeden Tag frische Sachen anziehen. Außerdem hat die Unterhose ja auch 2 Seiten oder? 😉 Wie gesagt Mareile stimmt mir hier nicht so ganz zu und hatte komischerweise auch immer mehr Kilogramm Wäsche wenn wir sie mal bei einer Wäscherei abgegeben haben. Denn ich habe gelernt „Dort wird sie sauberer als wenn ich das mit meinen Drecksgriffeln (nein, das Wort hat Mareile nicht benutzt) mache“.

Notiz an mich: Das nächste Mal reichen auch 2 Unterhosen und T-Shirts. In einem Blog habe ich sogar gelesen, dass das Mädel nur ein Kleidungsstück von allem hat, denn alles andere ist schließlich Luxus. Also stellen wir uns alle mal nicht so an. „We are not here to impress anyone“, hat mir heute morgen eine Kanadierin gesagt, als sie sich dagegen entschied ihre Beine zu rasieren.

Zum Abschluss gibt es noch unsere Top 3, die wir immer wieder mitnehmen würden:

  1. Mein Eiki!!! Für die, die es nicht kennen: Mein braunes, unfassbar weiches Kissen, das mich schon sehr sehr lange überall hinbegleitet. Danke Omi!!! (Es war übrigens auf Mount Potosi bei 6.000 m)
  2. Unsere Schlafsack Inlets von Vaude (Das ist sicher Mareiles Number 1) – Hier handelt es sich um super bequeme und stretchbare Hüttenschlafsäcke, die wir sehr oft benutzten wenn: das Hostel einfach zu ekelhaft-, der Bus zu kalt- oder es zu warm für eine andere Decke ist
  3. Packsäcke – um in das ganze Rucksackchaos etwas Ordnung zu bringen. In einen kommen T-Shirts und Longsleeves, in einen Unterhosen und Socken… Mareile hat mich anfangs noch ausgelacht, als ich sie bestellt habe. „Wie deutsch kann man eigentlich sein???“. Heute dankt sie mir dafür. Man dreht sonst wirklich durch und sucht sich einen Wolf.
  4. MAPS.ME! Ich weiß, dass es eigentlich nur eine Top 3 ist und Maps.Me ist auch nichts was man einpacken kann, aber diese App sollte keinem Reisenden fehlen! Hinzu kommt, dass der Download umsonst ist und sie dir immer sagen kann wo du dich gerade befindest (auch offline!!!). Da es sich um Open Source handelt, sind auch alle Hostels und die kleinsten Wanderwege, Wäschereien und Bars enthalten. Außerdem kann man das Kartenmaterial pro Land herunterladen, hat also nicht nur diese kleinen Ausschnitte wie bei Google offline maps.

jetzt noch schnell zu uns: Wir haben das ewige Wandern, Sightseeing und die Kälte endlich hinter uns gelassen, da die letzten Wochen mit Freunden und Familie doch etwas stressiger (und natürlich auch wunderschön, falls jetzt hier einer von den Erwähnten mitliest) waren. Es ist ja auch einfach was anderes, wenn man nur begrenzt Zeit hat und möglichst viel sehen möchte. Da kann man nicht mal so einfach einen Tag mit Netflix and Chill verbringen (Vorallem wenn man die ganze Zeit krank ist, wie Jana und Markus! :D)

Jetzt sind wir jedenfalls ENDLICH wieder im Warmen am Strand in Mancora Peru. Ein Städtchen direkt am Strand mit super Wellen. Ich bin jetzt auch unter die Surfer gegangen! Tag 1-3 habe ich es einfach nur verflucht und gehasst: Man ist konstant am paddeln, die Arme fallen einem ab und eine Welle kriegt man natürlich eh nicht. Mittlerweile sind wir bei Tag 6 oder 7, ich bin bereits auf ein kleineres Board umgestiegen und die Arme werden so langsam auch fit. Jetzt ist es natürlich wieder die Challenge aufzustehen, aber man will ja auch nicht mit den riesen 2m Teilen für immer surfen. Mareile hat es leider nicht so richtig zu Tag 4 geschafft und verflucht es nach wie vor – was ich auch SEHR GUT nachvollziehen kann. Sie möchte lieber nochmal ihre Kitesurfing Karriere vorantreiben, nur macht der Wind gerade nicht so ganz mit. Im Zelt liegt es sich aber auch ganz gut, also alles tranquillooooo.

Ich war heute morgen schon mit meinem neuen finnischen Surfer Homeboy in den waves und heute Abend bei geht es dann nochmal raus bei High Tide (da bei Low Tide die Steine herausgucken), wobei der Swell schon echt groß ist heute (Um jetzt mal min ganzes cooles Surfer Vokabular hier unterzubringen :D).

Liebe Grüße

Marius

PS: Wir sind hier in der bisher billigsten Unterkunft unserer Reise! 3,50 Euro p.P.! Zwar nur in einem Zelt aber mehr brauchen wir auch nicht! Es ist echt schön hier! Wer es sich bei booking.com mal anschauen möchte um sich ein Bild zu machen, der klicke hier.